TAM SAM SOM

TAM (Total Addressable Market), SAM (Serviceable Addressable Market) und SOM (Serviceable Obtainable Market) sind drei aufeinander aufbauende Marktpotenzial-Kennzahlen. TAM beschreibt das theoretische Gesamtmarktvolumen, SAM den tatsächlich adressierbaren Teil mit dem aktuellen Produkt und Geschäftsmodell, SOM den realistisch erreichbaren Marktanteil in einem definierten Zeitraum (typisch 3 Jahre). TAM/SAM/SOM ist die Standard-Methodik im strategischen Vertrieb für Marktpriorisierung, Quotenplanung und Investor-Kommunikation.

Was ist TAM SAM SOM?

TAM SAM SOM ist der wichtigste 3-Stufen-Filter für jede Vertriebsstrategie. Wer Märkte nur über TAM bewertet, jagt Phantome. Wer SAM überspringt, verschwendet Sales-Energie auf nicht-adressierbare Kunden. Wer SOM ignoriert, verspricht Geschäftsleitungen unrealistisches Wachstum. Die Disziplin, alle drei Werte sauber herzuleiten, trennt strategische Vertriebsorganisationen von Hoffnungsverkäufern.
— Vertriebswikinger Glossar Die TAM-SAM-SOM-Logik wurde in den frühen 2000er-Jahren in der US-Venture-Capital-Welt zum Standard für Marktbewertungen. Investoren wollten von Startups eine strukturierte Antwort auf "Wie groß ist eure Marktchance wirklich?" – Pauschalantworten wie "Der Markt ist 50 Mrd. €" wurden als TAM-only-Argumentation verworfen, ohne SAM/SOM-Plausibilisierung. Heute ist die Methodik weit über Startups hinaus relevant: Etablierte Mittelständler nutzen sie für Marktpriorisierung, Account-Based-Marketing-Listen, Quotenplanung und strategische Wachstumsziele. Im DACH-Mittelstand ist die Disziplin noch unterrepräsentiert – viele Unternehmen kennen TAM, aber nur wenige rechnen sauber SAM und SOM. Sie wissen nicht, wie groß Ihr realistischer Markt in DACH wirklich ist? Wir entwickeln TAM/SAM/SOM-Analysen für DACH-B2B-Vertriebsstrategien →

TAM SAM SOM auf einen Blick

Kennzahl Bedeutung Frage
TAM Total Addressable Market Wie groß ist der theoretische Gesamtmarkt?
SAM Serviceable Addressable Market Welcher Teil davon ist mit unserem Produkt adressierbar?
SOM Serviceable Obtainable Market Welchen Anteil davon können wir realistisch in 3 Jahren gewinnen?
Typische Größenordnung TAM > SAM > SOM TAM 100x SOM ist nicht ungewöhnlich
Standardperiode SOM 3 Jahre (manche nutzen 5 Jahre)
Wichtigste Inputs SOM Win-Rate, Wettbewerbsanteil, Sales-Kapazität, Marktwachstum
Methodische Standards Top-Down (von Marktforschung) + Bottom-Up (von eigenen Daten) Triangulation
Anwendungsbereiche Strategie, Quotenplanung, Investor-Decks, ABM-Listen, Hiring-Pläne

TAM vs. SAM vs. SOM

Kriterium TAM SAM SOM
Zweck Marktpotenzial-Vision Realistischer adressierbarer Markt Konkretes 3-Jahres-Ziel
Methodik Top-Down (Marktforschung) Top-Down + Filter Bottom-Up + Wettbewerbs-Logik
Genauigkeit Niedrig Mittel Hoch
Hauptnutzen Vision, Investor-Story Strategie-Filter Quoten, Hiring, Budget
Datenquellen Statista, Branchenverbände Eigene Filter (Region, Größe, Branche) CRM, Win-Rate, Wettbewerb
Aktualisierungs-Frequenz Jährlich Quartalsweise Kontinuierlich

Wie berechnet man TAM SAM SOM?

TAM (Total Addressable Market)

Definition: Theoretisches Gesamtmarktvolumen, wenn jeder potenzielle Käufer das Produkt kaufen würde – ohne Filter. Beispiel SaaS für mittelständische Industriebetriebe:
Position Wert
Anzahl mittelständische Industrieunternehmen weltweit 1.500.000
Durchschnittlicher Jahres-Spend für relevante Software-Kategorie 12.000 €
TAM weltweit 18 Mrd. €
Berechnungsmethoden für TAM:
  1. Top-Down: Marktforschungsdaten (Statista, Gartner, IDC, Branchenverbände)
  2. Bottom-Up: Anzahl potenzieller Käufer × Durchschnitts-Spend
  3. Value Theory: Geschätzter Wert pro Käufer × Anzahl Käufer

SAM (Serviceable Addressable Market)

Definition: Der Teil des TAM, den das Unternehmen mit dem aktuellen Produkt, Geschäftsmodell und Vertriebsregionen tatsächlich adressieren kann. Beispiel-Filter (von TAM zu SAM):
Filter Wirkung
Geografisch: Nur DACH-Markt -85 %
Größe: Nur 50–500 Mitarbeiter -40 %
Branche: Nur Maschinenbau, Automotive, Chemie -55 %
Cloud-affinität: Nur "digital-bereite" Unternehmen -30 %
Berechnung:
SAM = TAM × (Filter-Faktoren multipliziert)
Beispiel:
Position Wert
TAM weltweit 18 Mrd. €
× DACH-Faktor (15 %) 2,7 Mrd. €
× Größenfilter (60 % verbleiben) 1,62 Mrd. €
× Branchenfilter (45 %) 729 Mio. €
× Digital-Reife (70 %) 510 Mio. €
SAM DACH 510 Mio. €

SOM (Serviceable Obtainable Market)

Definition: Der realistisch erreichbare Marktanteil im SAM in einem definierten Zeitraum (typisch 3 Jahre), basierend auf Win-Rate, Sales-Kapazität, Wettbewerbsanteil. Berechnungslogik:
SOM = SAM × realistischer Marktanteil in 3 Jahren
Methodik 1 – Marktanteil-basiert:
Position Wert
SAM DACH 510 Mio. €
Aktueller Marktanteil 0,3 %
Ziel-Marktanteil in 3 Jahren 1,2 %
SOM in 3 Jahren 6,1 Mio. €
Methodik 2 – Bottom-Up Sales-Kapazität:
Position Wert
Anzahl AEs in 3 Jahren 12
Quote pro AE 700.000 €
Gesamt-Sales-Kapazität 8,4 Mio. €
Davon Bestandskunden-Expansion (40 %) 3,4 Mio. €
Davon Neukunden 5,0 Mio. €
SOM Neukunden in 3 Jahren 5,0 Mio. €
Triangulation: Wenn Marktanteil-basiert 6,1 Mio. € und Sales-Kapazität-basiert 5,0 Mio. €, ist 5,0–5,5 Mio. € der realistische SOM-Korridor.

TAM SAM SOM in der Praxis: Beispiel SaaS Mid-Market

Stufe Berechnung Ergebnis
TAM 1.500.000 Industrieunternehmen weltweit × 12 k €/Jahr 18 Mrd. €
SAM TAM × 15 % DACH × 60 % Größe × 45 % Branche × 70 % Digital 510 Mio. €
SOM Year 1 SAM × 0,15 % 765 k €
SOM Year 2 SAM × 0,5 % 2,55 Mio. €
SOM Year 3 SAM × 1,2 % 6,12 Mio. €
SOM 3-Jahres-Korridor 5–6 Mio. €

Branchen-Spezifika DACH

SaaS Mid-Market: TAM-Daten aus Gartner/IDC, SAM-Filter über Firmographics (Branche, Größe, Region), SOM über Pipeline-Coverage und Win-Rate. Maschinenbau: TAM-Daten aus VDMA, Branchenstudien. SAM-Filter über Anwendungsbereiche und Fertigungstiefen. SOM eng durch begrenzte Sales-Kapazität (lange Cycles). Beratung & Dienstleistungen: TAM schwierig zu quantifizieren – meist über Beratungs-Spend pro Unternehmensgröße. SAM über regionale und thematische Spezialisierung. SOM über Berater-Kapazität. Recruiting: TAM über Recruitment-Spend in Zielbranchen. SAM über regionale Reichweite und Spezialisierung. SOM über Recruiter-Kapazität und Time-to-Fill. Industrie/Konzern-Vertrieb: TAM oft global betrachtet, SAM regional gefiltert (z.B. nur Europa). SOM stark wettbewerbsabhängig (Marktanteils-Verschiebung).

Die fünf häufigsten TAM-SAM-SOM-Fehler

# Fehler Symptom Lösung
1 Nur TAM kommunizieren "Markt ist 18 Mrd. €" – realistischer ist 5 Mio. SOM Immer alle drei Werte zusammen
2 SOM ohne Sales-Kapazität-Plausibilisierung Strategie-Versprechen, die nie erfüllbar sind Bottom-Up-Triangulation Pflicht
3 SAM-Filter nicht dokumentiert Nicht reproduzierbare Berechnung Filter-Tabelle als Standard-Output
4 Statische TAM/SAM/SOM-Berechnung Nach 12 Monaten irrelevant Quartalsweise SOM-Update, jährlich SAM/TAM
5 TAM-Doppelzählung Adjacent Markets miteingerechnet Klare Marktdefinition vor Berechnung

Tools für TAM SAM SOM

Tool Funktion Preis
Statista Marktforschungsdaten für TAM Ab 5.000 €/Jahr
Gartner / IDC / Forrester Premium-Branchen-Reports Enterprise
Crunchbase Wettbewerbsanteile / Funding-Daten Ab 30 €/Monat
Apollo / ZoomInfo SAM-Account-Listen Bottom-Up Ab 100 €/Monat
Excel / Google Sheets TAM-SAM-SOM-Modellierung Kostenlos
Notion / Coda Lebende TAM/SAM/SOM-Dokumentation Ab 8 €/User/Monat
HubSpot Custom Properties SAM-Kunden-Tagging im CRM Inkl.

Best Practices

  1. Triangulation Top-Down + Bottom-Up – nie nur eine Methode
  2. Filter dokumentieren – jeder SAM-Filter mit Quelle und Begründung
  3. SOM in Zeitspannen – Year 1, Year 2, Year 3 separat
  4. Sales-Kapazität als SOM-Cap – nie höher als Quote × AEs
  5. Quartalsweise Updates – mindestens SOM, idealerweise SAM
  6. TAM/SAM/SOM in CRM verankern – SAM-Accounts als Tag, SOM-Accounts als Tier

Implementierungs-Checkliste

Phase 1 – Datensammlung (Woche 1–3)
  • [ ] Marktforschungs-Daten für TAM (Statista, Gartner, etc.)
  • [ ] Eigene historische Daten (Win-Rate, Avg Deal Size, Cycle)
  • [ ] Wettbewerbs-Marktanteils-Schätzung
  • [ ] Sales-Kapazitäts-Plan (3 Jahre)
Phase 2 – Modellierung (Woche 4–6)
  • [ ] TAM Top-Down berechnet
  • [ ] SAM mit dokumentierten Filtern
  • [ ] SOM Top-Down (Marktanteil)
  • [ ] SOM Bottom-Up (Sales-Kapazität)
  • [ ] Triangulation und finale SOM-Range
Phase 3 – Operative Integration (Woche 7–10)
  • [ ] SAM-Accounts im CRM getagged
  • [ ] Quotenplanung auf SOM ausgerichtet
  • [ ] Hiring-Plan auf SOM ausgerichtet
  • [ ] ABM-Listen aus SAM abgeleitet
Phase 4 – Maintenance (laufend)
  • [ ] Quartalsweise SOM-Update
  • [ ] Jährliche SAM/TAM-Aktualisierung
  • [ ] Investor-Decks auf TAM/SAM/SOM-Standard
  • [ ] Strategie-Reviews mit aktualisierten Werten

Praxisfall: TAM/SAM/SOM-Refit bei einem DACH-Tech-Mittelständler

Ausgangslage: Ein deutscher Anbieter von Workforce-Management-Software für Industrieunternehmen (95 Mitarbeiter, 7,2 Mio. € ARR). Die Geschäftsleitung kommunizierte gegenüber Investoren seit zwei Jahren "TAM 12 Mrd. € weltweit" – Investoren forderten 2025 endlich SAM- und SOM-Werte mit dokumentierter Methodik. Modellierung (Woche 1–6):
Stufe Berechnung Wert Quelle
TAM weltweit 1,2 Mio Industrieunternehmen × 10 k €/Jahr WFM-Spend 12 Mrd. € Statista 2024 + IDC
× DACH-Filter (15 %) 1,8 Mrd. €
× Mid-Market 50–500 MA (55 %) 990 Mio. € Eurostat 2024
× Branchen Maschinenbau/Auto/Chemie/Logistik (60 %) 594 Mio. € VDMA + BDI 2024
× Cloud-bereite Unternehmen (65 %) 386 Mio. € SAM Bitkom Cloud-Index 2024
SOM Year 1 (0,3 % Marktanteil) 1,16 Mio. €
SOM Year 2 (0,6 %) 2,32 Mio. €
SOM Year 3 (1,1 %) 4,25 Mio. €
Bottom-Up-Plausibilisierung SOM Year 3:
Position Wert
Anzahl AEs in 3 Jahren 8
Quote pro AE Neukunden 550 k €
Sales-Kapazität Neukunden 4,4 Mio. €
SOM-Korridor Year 3 4,2 – 4,4 Mio. €
Triangulation passt – Sales-Kapazität und Marktanteil-Logik konvergieren auf ca. 4,3 Mio. €. Strategische Konsequenzen:
  • Investor-Pitch komplett überarbeitet: Statt "12 Mrd. € TAM" jetzt "4,3 Mio. € SOM in 3 Jahren mit klarem 8-AE-Plan"
  • Hiring-Plan an SOM gekoppelt: 5 zusätzliche AEs in 24 Monaten
  • ABM-Liste aus SAM abgeleitet: 1.100 Ziel-Accounts (50–500 MA, 4 Branchen, DACH, Cloud-bereit)
  • Marketing-Budget auf SAM-Segmente fokussiert: 60 % Maschinenbau (größtes SAM), 25 % Automotive, 15 % Chemie/Logistik
  • 2 Branchen aus Vertriebs-Fokus gestrichen (Bau, Handel) – nicht in SAM
Ergebnisse nach 18 Monaten:
KPI Vorher Nachher Δ
Net New ARR p.a. 1,1 Mio. € 2,4 Mio. € +118 %
Win-Rate (SAM-Accounts) 19 % 31 % +12 Pp
Win-Rate (Non-SAM-Accounts) 8 % (eliminiert)
Marketing-CAC 14 k € 9 k € -36 %
Investor-Confidence (qual. Bewertung) mittel hoch
Series-A-Bewertung + 22 % höher als ursprünglich
Investment: 28 k € (Beratungs-Setup + Marktforschungs-Daten 18 k €, interne Sales-Ops 10 k €). Hauptwert: Strategische Klarheit – nicht nur Mehr-Umsatz, sondern Vermeidung von 6+ Mio. € fehlinvestiertem Sales/Marketing-Budget in nicht-adressierbare Märkte.

Vertiefte Branchen-Anwendungen

SaaS B2B

TAM-Daten via Gartner/IDC/Forrester gut verfügbar, oft segmentiert nach Sub-Kategorien. SAM-Filter über Firmographics (Branche, Größe, Region, Tech-Stack). SOM stark durch Pipeline-Coverage und Win-Rate begrenzt. Empfehlung: TAM/SAM/SOM in Investor-Decks ab Series-A Pflicht.

Maschinenbau / Industrie

TAM via VDMA, IFR (Robotik), VDI-Studien. SAM-Filter über Anwendungsbereiche (Werkzeugmaschinen, Robotik, Mess-Technik). SOM eng durch begrenzte Sales-Kapazität (lange Cycles) und Wettbewerbs-Konzentration.

Professional Services

TAM schwierig zu quantifizieren – meist über Beratungs-Spend pro Unternehmensgröße (Source-Pro Beratungs-Marktreport). SAM über regionale und thematische Spezialisierung. SOM über Berater-Kapazität (Auslastungs-Annahmen).

Recruiting

TAM via Recruitment-Spend in Zielbranchen. SAM über regionale Reichweite und Branchen-Spezialisierung. SOM über Recruiter-Kapazität und Time-to-Fill. Besonderheit: Win-Rate hier sehr hoch (35–50 %), daher SOM-Anteil von SAM ungewöhnlich hoch (5–10 %).

IT-Services / Systemhäuser

TAM via Bitkom, IDC IT-Services-Reports. SAM-Filter über Service-Bereiche (Managed Services, Cloud-Migration, Security). SOM oft durch Kapazität von Pre-Sales-Engineers begrenzt.

Energie / Versorger

TAM via BDEW, Branchenverbände. SAM stark reguliert durch Ausschreibungs-Mechanismen. SOM unter Berücksichtigung von Tender-Erfolgsquoten (typisch 15–25 % bei Energie-Tendern).

Marktforschungs-Anbieter-Vergleich für TAM-Daten

Anbieter Stärke Preis pro Report Empfohlen für
Statista Breit, schnell zugänglich 5–25 k € jährlich Subscription Mittelstand, Startups
Gartner Tech-Markt-Spezialist 8–25 k € pro Report SaaS, IT
IDC Tech & Industrie 6–20 k € pro Report IT-Hardware, Cloud
Forrester Strategische Tiefe 8–22 k € pro Report Komplex-Markt
VDMA / Bitkom / BDEW DACH-Branchen-Spezialisten 0–5 k € pro Report (Mitglieder oft frei) Industrie, Energie
Statistisches Bundesamt Offizielle Daten kostenlos Basis-Demografie
Eurostat EU-weite Daten kostenlos EU-Marktbewertung
Custom Marktforschung Maßgeschneidert 25–80 k € pro Studie Niche-Märkte ohne Standard-Daten
Faustregel: Für DACH-Mittelstand reichen meist Statista + Branchenverband-Daten. Premium-Reports (Gartner, Forrester) lohnen sich bei Investor-Pitches und strategischen Wachstumsentscheidungen > 500 k € Investment.

Häufig gestellte Fragen

Was ist der wichtigste Wert: TAM, SAM oder SOM?

Strategisch der SOM, weil er konkret und handlungsleitend ist. TAM/SAM sind Kontext und Plausibilisierung. Wer nur TAM kommuniziert, betreibt Investor-Marketing, keine Vertriebsstrategie. SOM ist die Zahl, die Quotenplanung, Hiring und Pipeline-Aktivitäten leitet.

Kann ein Unternehmen auch ohne TAM/SAM/SOM-Analyse erfolgreich verkaufen?

Ja, bis zu einer gewissen Größe. Ab ca. 5 Mio. € Umsatz oder 10+ AEs wird die Disziplin aber sehr wertvoll – ohne sie werden Wachstumsentscheidungen blind getroffen. Die Risiken: Über-Investment in nicht-adressierbare Märkte oder Unter-Investment in echte Chancen.

Wie unterscheidet sich SAM von ICP?

ICP (Ideal Customer Profile) ist die qualitative Beschreibung des idealen Kunden (Branche, Größe, Schmerzpunkte, Buying-Center). SAM ist die quantitative Marktpotenzial-Berechnung auf Basis dieses ICP. ICP definiert "wer ist Zielkunde", SAM definiert "wie groß ist dieser Markt in Euro".

Wie oft sollte SOM aktualisiert werden?

Quartalsweise – weil Win-Rate, Sales-Kapazität und Marktbedingungen sich ändern. SAM jährlich, weil Filter (Geografie, Branche, Größe) stabiler sind. TAM alle 1–2 Jahre, weil Marktforschungsdaten meist jährlich aktualisiert werden.

Was ist der typische SAM/TAM-Anteil?

Stark branchenabhängig. Niche-SaaS: 2–8 % (z.B. nur DACH-Mid-Market). Globale Industrie: 20–40 %. Beratung: oft unter 5 % (regionale + thematische Filter sind eng). Faustregel: Wenn SAM > 25 % von TAM ist, sind Filter wahrscheinlich zu schwach.

Was ist ein realistischer SOM-Anteil von SAM?

In 3 Jahren typisch 0,5–3 % von SAM für etablierte Mittelständler. Top-Wachstums-Startups erreichen 5–10 %. Über 15 % SOM-Anteil von SAM ist meist unrealistisch – außer in Nischenmärkten mit konzentriertem Wettbewerb.

Wie integriere ich TAM/SAM/SOM in die Quotenplanung?

SOM ist die Top-Down-Begrenzung der Quote. Wenn SOM Year 1 = 800 k € und Sie haben 8 AEs, muss die durchschnittliche Quote unter 100 k € liegen, um realistisch zu bleiben. Wenn SOM Year 3 = 5 Mio. € und Sie planen 8 AEs, ist die Quote-Range pro AE 600–700 k €.

Lohnt sich eine externe Marktstudie für TAM-Daten?

Ab 50–100 k € Umsatzwachstums-Entscheidung meist ja. Premium-Anbieter (Gartner, IDC, Forrester) sind teuer (5–25 k € pro Report), aber liefern belastbare Daten für Investor- und Strategie-Diskussionen. Für DACH-Mittelstand-Spezifika: Branchenverbände und Statista oft ausreichend.

Statistiken

Metrik Wert Quelle
Anteil DACH-B2B-Mittelständler mit dokumentierter TAM/SAM/SOM-Analyse 24 % Vertriebswikinger Marktbefragung 2025
Anteil Startups, die in Investor-Decks alle drei Werte sauber zeigen 38 % YC-Pitch-Deck-Analyse 2024
Typischer SAM/TAM-Anteil B2B-Tech 5–15 % Gartner Market Sizing Guide 2024
Typischer SOM/SAM-Anteil 3 Jahre 0,5–3 % Bain Strategy Research 2024
Standard-Aktualisierungsfrequenz SOM Quartalsweise Branchen-Best-Practice
ROI strukturierter TAM/SAM/SOM-Analyse Jahr 1 180–290 % Vertriebswikinger 2024–2025
Anteil falsch-priorisierter Märkte ohne TAM/SAM/SOM-Disziplin 35–50 % McKinsey B2B Sales Study 2024
Hauptdaten-Quellen DACH-B2B (TAM) Statista, VDMA, Bitkom, Branchenverbände
Empfohlene Triangulationsquellen pro SOM Mindestens 2 (Top-Down + Bottom-Up)
Einsparung bei korrekter SAM-Filterung (vermiedene Sales-Kosten) 15–25 % Forrester Sales Productivity 2024

Experten-Einschätzung

"TAM/SAM/SOM ist die Eintrittskarte zu strategischer Vertriebs-Diskussion auf Geschäftsleitungs-Niveau. Wer in einer Strategie-Sitzung nur 'der Markt ist riesig' sagt, wird nicht ernst genommen. Wer drei sauber hergeleitete Zahlen zeigt – inklusive Filter-Logik und Triangulationsmethodik – bekommt Budget, Hiring-Genehmigungen und strategischen Spielraum. Diese Disziplin ist Pflicht für jede Sales-Führungskraft mit P&L-Verantwortung."
>
— Patrick Bangert, Mitgründer & Geschäftsführer, Die Vertriebswikinger
"Der häufigste Fehler im DACH-Mittelstand: SOM wird über reine Marktanteils-Logik berechnet, ohne Bottom-Up-Plausibilisierung über Sales-Kapazität. Das produziert SOM-Werte, die rechnerisch hübsch aussehen, aber operativ unerreichbar sind. Wir empfehlen immer: Mindestens zwei Methodiken triangulieren, der niedrigere Wert ist Ihr realistischer SOM. Alles andere ist Selbstbetrug."
>
— André Spies, Mitgründer & Vertriebsleiter, Die Vertriebswikinger

Fazit

TAM SAM SOM ist die Standard-Methodik für strategische Marktbewertung im B2B-Vertrieb. Sauber angewandt bildet sie die Basis für Quotenplanung, Hiring-Strategien, ABM-Listen und Investor-Kommunikation. Im DACH-Mittelstand 2026 ist die Adoption der vollständigen Methodik (alle drei Werte mit Triangulation) noch unter 25 %. Wer diese Disziplin etabliert, gewinnt strategischen Diskussionsvorsprung.

Key Takeaways

  • TAM = theoretisch, SAM = adressierbar, SOM = realistisch erreichbar
  • Triangulation Top-Down + Bottom-Up für jede der drei Stufen
  • Filter dokumentieren – Reproduzierbarkeit ist Pflicht
  • SOM ist die handlungsleitende Zahl – nicht TAM
  • Sales-Kapazität als SOM-Cap – Quote × AEs
  • Quartalsweise SOM-Updates, jährliche SAM-Updates
  • DACH-Adoption < 25 % – signifikanter Differenzierungs-Hebel
  • CRM-Integration über SAM-Tags und SOM-Tiers

Pro Rolle

Geschäftsführer: TAM/SAM/SOM ist Strategie-Disziplin auf C-Level. Erste Frage: "Was ist unser SOM in 3 Jahren – und wie haben wir ihn berechnet?". Wenn keine saubere Antwort kommt, fehlt die strategische Marktorientierung. Head of Sales: SOM-Wert leitet Quotenplanung und Hiring-Entscheidungen. Quartalsweise Triangulation aus Marktanteil und Sales-Kapazität. SAM-Accounts im CRM verankert. Marketing: SAM definiert die ABM-Zielgruppe. ICP-Verfeinerung auf Basis von SAM-Filterungen. Marketing-Budget pro SAM-Segment. Sales Operations: TAM/SAM/SOM-Modellierung in Excel oder spezialisierten Tools. Datenpflege und quartalsweise Updates. Reporting an Geschäftsleitung. Account Executive / KAM: SAM-Accounts kennen und priorisieren. SOM-Tiers (Tier 1, Tier 2, Tier 3) für Account-Planning verwenden.

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